Facebook: „Eris Cavy Doodles“

Heute vor einem Jahr hing ich fast den gesamten Tag am Smartphone. Das allein war für mich nicht Grund genug den Tag im Kalender zu markieren. Wohl aber die Tatsache, dass ich innerhalb dieser Stunden insgesamt etwa 150 Likes auf Facebook bekam, was mich damals auf ca. 200 brachte. Für mich war meine Seite "Eris Cavy Doodles" durchgedreht. Dieser Tag ist für mich so besonders, weil mein Meerschweinchen-Suchtgruppen-Bild auf Facebook veröffentlicht wurde. Damit wurde ich von Moehschweinchenfarm gepusht. Für manche, deren Seiten-Likes sich im zwei- oder dreistelligen Tausender-Bereich befinden, mag das wenig sein. Für mich war es zu dem Zeitpunkt verdammt viel. Es war ein schönes Gefühl. Die Aufregung darüber, dass immer mehr Menschen meine Seite und somit mein Bild; mein Stil; gefiel, tat mir unglaublich gut. So etwas hatte ich vorher noch nie erlebt, war ich doch immer gewohnt aus irgendeiner Versenkung heraus mal etwas zu schreiben, meine Meinung kund zu tun und dann wieder ignoriert zu werden. (Story of my life...) Mittlerweile bedeuten Likes für mich nicht mehr so viel. Natürlich gibt es immer ein kleines Hoch-Gefühl, wenn sie im Rudel auftauchen, aber sie sagen nicht allzu viel aus. Da gibt es Künstler-Seiten mit tausenden von Likes und alles, was die Betreiber tun, ist regelmäßig - am Besten mehrmals täglich - irgendwelche dahingekritzelten Werke zu präsentieren und größtenteils mit ihren Fans im Gespräch zu bleiben. Dann gibt es wiederum kaum gesehene Künstler-Seiten, die nur selten Neues präsentieren, dafür aber echtes Können beweisen und leider aufgrund dieser Unregelmäßigkeit kaum im News-Feed erscheinen. Das ist typisch für Facebook. Qualitativ sowie mitteilungswütig würde ich mich irgendwo dazwischen einsortieren. Zur Adventszeit war ich immerhin motiviert genug ein Adventskalender-Gewinnspiel zu starten, bei dem ich jeden Abend eine neue Wunsch-Skizze präsentierte. Das Gewinner-Bild bin ich immernoch schuldig geblieben. Falls Du das irgendwann liest, liebe Christine: Ich habe es nicht vergessen! Es kam mir einfach so viel dazwischen, dass bei mir auch viel anderes liegen geblieben ist. Irgendwann wirst Du es aber bekommen, versprochen! Momentan hoffe ich noch selbst, dass "Gut' Ding will Weile haben." hier greift...   Seit diesem Ereignis hat sich vieles getan und verändert. Ausgerechnet diesen April gab es für mich eine Art "Supergau", der mir immernoch zu schaffen macht. Ganz allmählich konnte ich ruhiger werden und diese innere Aufregung und Verzweiflung darüber, dass ich so dermaßen missverstanden wurde, überwinden. Es gibt Tage, da stimmt es mich immernoch traurig, aber das gehört wohl dazu, wenn man aus lauter Angst nicht in der Lage war über den Dingen zu stehen und sich diese ganzen Schuhe nicht anzuziehen, die einem "gereicht" wurden... Nach wie vor fühle ich mich aufgrund der ganzen Begebenheiten in Schubladen gedrängt, in die ich nicht gehöre. Aber ich kann daran nichts mehr ändern und damit habe ich mich abzufinden. Es ärgert mich immernoch jeden Tag, aber ich kann wirklich nichts tun, nur warten und hoffen, dass es irgendwann lange genug her ist und niemanden mehr zu Unrecht aufregt. Das so zu formulieren macht hoffentlich klar genug, dass ich mich den betreffenden Leuten gerne vernünftig mitgeteilt hätte. Doch versuchte ich es, so wurde mir nur noch mit Ablehnung begegnet. In der Hinsicht habe ich vieles schlucken müssen, was mich zu dem Zeitpunkt ebenfalls hat auflaufen lassen.   Wenn ich Eines ganz genau weiß, dann dass ich froh sein kann genau zur richtigen Zeit jemanden gefunden zu haben, der vollstes Verständnis für mich aufbringen konnte. Wäre er nicht gewesen, wüsste ich nicht, wo ich jetzt stehen würde. Zum Glück bin ich emotional mittlerweile weit genug von diesem ganzen Ärger entfernt um nicht mehr einschätzen zu können wie tief ich gefallen wäre... Ich lebe, ich bin in der Lage mich um meinen kleinen Sohn zu kümmern, ich kriege nach und nach all meine Sachen auf die Reihe, ich zeichne weiter... Dank der Hilfe dieses einen Menschen war ich in der Lage nach und nach etwas Abstand zu gewinnen und mein Verständnis für das, was passiert ist und warum, zu vervollständigen. Doch da ich nunmal einfach sehr auf Fairness, Menschlichkeit und Verständnis geeicht bin, kann ich einfach nicht abschließen mit diesem Thema. (Merkt man ja: Ich könnte schon wieder Seiten damit füllen...) Meine größte Hoffnung bleibt, dass sich alles irgendwie klären und wieder einrenken wird. Ganz allmählich und mit Verstand. Ohne diese ganzen emotionalen und verdrehten Auffassungen und Ängste auf beiden Seiten. Denn jeder Mensch ist in der Lage zu verzeihen und auf andere zuzugehen. Manchmal bedarf es nur wohl etwas mehr als einen kleinen Hüpfer über den eigenen Schatten. Doch selbst tiefste Schluchten lassen sich überqueren - wir leben schließlich im 21. Jahrhundert. 😉 Für "Außenstehende", die dies lesen, mag dieser Text nun ein Beispiel dessen sein, womit ich gerne um mich schmeiße. Ich schreibe gerne über meine Gedanken, über Gefühltes, über Geschehenes, das mir wiederfahren ist. Weil es alles andere als richtig wäre, Personen oder gar Namen zu nennen, bleibt mir nur zu hoffen, dass meine Texte nicht zu verwirrend sind. Doch bleibt meine Sorge wohl unberechtigt, da ich selbst auch nur wenig Interesse hätte mir solcherlei Gedanken von anderen durchzulesen. Von daher ist mir nur wichtig, dass ich diese Möglichkeit habe öffentlich zu schreiben und ganz vielleicht jemanden zu erreichen, der es versteht und gut daran tut zu wissen, dass man immer irgendwo jemanden finden kann, der ähnlich denkt.    

Verrückte gibt es viele auf der Welt.

Doch jene, die ähnlich verrückt sind wie man selbst,

sind immer selten; von daher wertvoll.